ASF München der SPD : Frauengeschichte(n)

 
  ein historischer Überblick... 

 

... über SPD-Frauen, Politik für Frauen,

 

die Geschichte der Frauenbewegung und der Sozialdemokratie in München, Bayern und Deutschland

1873 Frauen ist die Mitgliedschaft in politischen Vereinigungen untersagt. Trotzdem gründen 22 Münchnerinnen unter Umgehung des Verbots den sozialdemokratischen Arbeiterinnen-Bildungs-Verein. Drei Monate nach der Gründung wird der Verein von der Polizei verboten

1878 Erlass des Reichsgesetzes gegen die „gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“

1885 Ein Vortrag der sozialistischen Frauenrechtlerin Gertrud Guillaume-Schack in München wird von den Behörden verboten.
Der
SPD-Abgeordnete August Bebel beantragt im Reichstag das Wahlrecht für Frauen

1908 Das Reichsvereinsgesetz gesteht auch Frauen das politisch Organisations- und Versammlungsrecht zu.
Luise Zietz wird als erste Frau in den
SPD-Vorstand gewählt

1918 Einführung des Frauenwahlrechts in Bayern unter der Regierung von Ministerpräsident Kurt Eisner. Die Weimarer Verfassung garantiert die Gleichstellung von Mann und Frau. 

1919 Bei Reichstagswahl am 19. Januar 1919 dürfen Frauen erstmals an der Wahl zu einem deutschen Parlament teilnehmen.

 

 

1933 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird die SPD verboten. Die Fraktionen im Reichstag, in den Landtagen und Rathäusern werden zur Auflösung gezwungen, zahlreiche Mitglieder werden verhaftet, einige können ins Ausland fliehen
Parteimitglieder setzen als Teil der Widerstandsbewegung die Arbeit im Untergrund fort, darunter die Gewerkschafterinnen Lotte Branz und Maria Reisinger

1945 Wiedergründung der
SPD nach der Befreiung und dem Ende der Nazidiktatur. Die Münchner SPD wählt zwei Frauen in den 9-köpfigen Vorstand und setzt eine Frauenkommission ein, Vorsitzende wird Elisabeth Käser

1948/49 der Parlamentarische Rat nimmt seine Arbeit auf und erarbeitet eine Verfassung für die drei Westzonen. Die Sozialdemokratin Elisabeth Selbert
beantragt die Aufnahme des Satzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in den Verfassungstext. Er wird als Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland beschlossen.

1959 Verabschiedung des Programms von Bad Godesberg mit dem Grundsatz: „Die Gleichberechtigung der Frau muss rechtlich, sozial und wirtschaftlich verwirklicht werden“

1965 Mit Gesundheitsministerin Käte Strobel leitet erstmals eine
SPD-Frau ein Bundesministerium. Sie ist die einzige Frau im Kabinett

1972 Die
SPD-FDP Koalition nimmt umfassende Reformen zur Gleichstellung der Frau vor, darunter die rechtlichen Gleichstellung von ledigen und verheirateten Müttern. Ab 1976 muss eine verheiratete Frau muss ihren Arbeitsvertrag nicht mehr von ihrem Mann genehmigen lassen.

1973 Gründung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF)

1978 Stadtratswahl in München. Elf von 31 Fraktionsmitgliedern der SPD sind Frauen – damit hat die
SPD den höchsten Frauenanteil aller Rathausfraktionen

1985 Der Münchner Stadtrat beschließt gegen die Stimmen der CSU die Einrichtung einer Frauengleichstellungsstelle, der ersten kommunalen Gleichstellungsstelle in Bayern. Die Leitung übernimmt Friedel Schreyögg (
SPD)

1988 Der SPD-Bundesparteitag beschließt die Aufnahme der Geschlechter-Quote in die Satzung der Partei. 40% aller Positionen in Vorständen und auf Wahllisten stehen weiblichen Kandidaten zu.

1993 Der Münchner Stadtrat wählt Dr. Gertraud Burkert zur ersten
SPD-Bürgermeisterin und mit Elisabeth Weiß-Söllner die erste Referentin der SPD zur Stadtschulrätin

1994 Renate Schmidt zieht als erste Spitzenkandidatin der Bayern-
SPD in den Landtagswahlkampf.
Die Landeshauptstadt München verleiht erstmals den Anita-Augspurg-Preis. Der Preis ist nach der Münchner Frauenrechtlerin benannt und wird jedes Jahr an Initiativen, Organisationen, Einzelpersonen oder Betriebe verliehen, die sich für die Gleichstellung von Frauen in München engagieren.

1998 Nach 16 Jahren Opposition übernimmt die
SPD gemeinsam mit Bündnis90/die Grünen wieder Regierungsverantwortung. Fünf von 13 Mitgliedern im Kabinett von Bundeskanzler Schröder sind Frauen. 

2000 Einführung der Elternzeit, Erlass des Gleichstellungsgesetzes für die Bundesverwaltung

2001 Erlass des Gewaltschutzgesetzes

2002 
Nach der Bundestagswahl im September löst Renate Schmidt Christine Bergmann als Frauenministerin ab.

2005 Nach der vorgezogenen Bundestagswahl geht die
SPD eine Koalition mit CDU/CSU ein. Angela Merkel wird die erste Bundeskanzlerin, das Frauenressort geht an die CDU

2006 Christine Strobl
tritt die Nachfolge von Dr. Gertraud Burkert als Münchner Bürgermeisterin an.
Die
SPD verabschiedet
in der Großen Koalition das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

2007 Einführung des Elterngeldes

2012 Die Union-FDP-Mehrheit im Deutschen Bundestag lehnt den Antrag der SPD-Bundestagsfraktion auf ein Entgeldgleichheitsgesetz ab. Die Abstimmung findet am 8.März, dem Weltfrauentag statt.

2013 Union und FPD stimmen im Bundestag gegen die Gesetzesinitiative des Bundesrats, eine 40%-Frauenquote für die Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter Unternehmen.



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